Medizinischer Hinweis: Trockenheit und Juckreiz im Bereich von Vagina oder Vulva sind Symptome, keine Diagnose. Hormonelle Veränderungen und Reizungen sind häufige Ursachen. Scheidenpilz, sexuell übertragbare Infektionen, Hauterkrankungen und andere Probleme können sich jedoch ähnlich anfühlen. Lass dich bei neuen, anhaltenden, wiederkehrenden oder starken Beschwerden medizinisch beraten. Nutze Nahrungsergänzungsmittel oder wiederholte rezeptfreie Behandlungen nicht dazu, eine Untersuchung hinauszuzögern.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Trockenheit und Juckreiz können gleichzeitig auftreten, sind aber nicht dasselbe. Trockenheit fühlt sich häufig gespannt, wund oder brennend an und kann sich durch Reibung verschlimmern. Ausgeprägter äußerer Juckreiz kann auch auf eine Reizung, Scheidenpilz oder eine Hauterkrankung der Vulva hindeuten.
- Hormonell bedingte Trockenheit tritt nicht nur in den Wechseljahren auf. Sie kann während der Schwangerschaft oder Stillzeit, nach bestimmten Operationen oder Krebsbehandlungen sowie bei der Einnahme bestimmter Medikamente auftreten.
- Verzichte zunächst auf mögliche Reizstoffe. Verwende keine Intimduschen und keine parfümierten Intimprodukte, wasche die Vagina nicht von innen und verwende nur Produkte, die für diesen Bereich bestimmt sind – genau so, wie es auf dem Etikett angegeben ist.
- Ein Gleitmittel und eine Vaginalfeuchtigkeitscreme erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Gleitmittel verringert die Reibung bei sexueller Aktivität. Eine Vaginalfeuchtigkeitscreme wird bei anhaltender Trockenheit regelmäßig angewendet.
- Juckreiz bedeutet nicht automatisch Scheidenpilz. Wiederholte Behandlungen mit Antipilzmitteln ohne Besserung können die richtige Diagnose verzögern.
- Veränderungen bei Ausfluss, Geruch oder Haut sowie Blutungen sind relevant. Sie können beeinflussen, welche Ursachen wahrscheinlich sind und wie dringend eine Untersuchung ist.
- Lass Warnzeichen zeitnah ärztlich abklären. Unterleibsschmerzen, Fieber, starkes Unwohlsein, wunde Stellen, ein Knoten, anhaltende Hautveränderungen, ungewöhnliche Blutungen oder Beschwerden nach dem Sex mit einer neuen Person müssen medizinisch untersucht werden.
Was kann vaginale Trockenheit und Juckreiz verursachen?
Vaginale Trockenheit und Juckreiz können durch hormonelle Veränderungen, Reibung, reizende Produkte, Scheidenpilz, eine sexuell übertragbare Infektion, eine Hauterkrankung der Vulva, bestimmte Medikamente oder ein zugrunde liegendes gesundheitliches Problem verursacht werden. Da sich die Symptome überschneiden, sind die betroffene Stelle, der Zeitpunkt und begleitende Veränderungen aussagekräftiger als eine einzelne Empfindung.
Wenn Trockenheit das Hauptproblem ist, können einfache Maßnahmen die Beschwerden lindern: Verzichte auf parfümierte Produkte, verwende bei anhaltender Trockenheit regelmäßig eine speziell dafür entwickelte Vaginalfeuchtigkeitscreme und beim Sex ein geeignetes Gleitmittel. Wenn der Juckreiz stark ist, immer wieder auftritt oder von ungewöhnlichem Ausfluss, Geruch, Schmerzen beim Wasserlassen, wunden Stellen, Hautveränderungen oder Blutungen begleitet wird, solltest du nicht über die Ursache spekulieren, sondern eine ärztliche Untersuchung vereinbaren.
Gehe nicht davon aus, dass jedes Symptom auf eine Infektion oder ein gestörtes Mikrobiom zurückzuführen ist. Ellasies Ratgeber zum Vaginalmikrobiom und pH-Wert erklärt die umfassenderen biologischen Zusammenhänge. Eine pH-Wert-Messung, ein Mikrobiomtest oder die Reaktion auf ein Nahrungsergänzungsmittel kann jedoch nicht die Ursache von Juckreiz oder Trockenheit bestimmen.
Betrifft das Symptom die Vagina oder die Vulva?
Viele Menschen bezeichnen alle Beschwerden im Genitalbereich als „Juckreiz in der Scheide“. Anatomisch betrachtet ist die Vagina der innere Kanal. Die Vulva ist der sichtbare äußere Bereich, zu dem die Schamlippen, die Klitoris und der Scheideneingang gehören.
Diese Unterscheidung ist hilfreich, weil Beschwerden, die vor allem an der äußeren Haut zu spüren sind, eine andere Ursache haben können als innerlich empfundene Trockenheit:
- Innere Trockenheit oder ein Spannungsgefühl können beim Eindringen, beim Einführen eines Tampons oder in anderen Situationen mit Reibung deutlicher auffallen.
- Äußerer Juckreiz, Brennen oder rissige Haut können bei Kontaktreizungen, Ekzemen, Lichen sclerosus, Schuppenflechte, Scheidenpilz oder wiederholtem Kratzen auftreten.
- Innere und äußere Beschwerden können gemeinsam auftreten, insbesondere bei hormonell bedingten Gewebeveränderungen oder allgemeinen Entzündungen.
Allein anhand der betroffenen Stelle lässt sich die Ursache nicht feststellen. Sie liefert deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt, einer Apothekerin oder einem Apotheker, einer Fachperson für sexuelle Gesundheit oder einer Spezialistin beziehungsweise einem Spezialisten jedoch mehr hilfreiche Informationen als die bloße Angabe „Juckreiz in der Scheide“.
Was bedeuten unterschiedliche Muster von Trockenheit und Juckreiz?
Die folgende Tabelle bietet eine Orientierung zu typischen Beschwerdebildern, ist aber kein Diagnoseinstrument. Es können mehrere Ursachen gleichzeitig vorliegen.
| Beschwerdebild | Mögliche Erklärung | Sinnvoller nächster Schritt |
|---|---|---|
| Trockenes, gespanntes oder wundes Gewebe; Beschwerden beim Sex; Symptome während der Stillzeit, in der Perimenopause oder in den Wechseljahren | Hormonell bedingte Trockenheit kann zu den Beschwerden beitragen | Probiere geeignete, nicht reizende Maßnahmen zur Linderung aus und besprich anhaltende Beschwerden mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt, in der Apotheke oder mit einer entsprechend qualifizierten medizinischen Fachperson |
| Äußerer Juckreiz nach der Verwendung einer neuen Waschlotion, eines neuen Feuchttuchs, einer neuen Binde, eines neuen Waschmittels, Gleitmittels oder Intimprodukts | Eine irritative oder allergische Kontaktdermatitis ist möglich | Verwende das vermutlich auslösende Produkt nicht mehr und beschränke die Intimpflege auf das Nötigste. Lass dich beraten, wenn die Haut verletzt oder geschwollen ist oder die Beschwerden nicht abklingen |
| Starker Juckreiz mit weißem, normalerweise geruchlosem, körnigem Ausfluss, der an Hüttenkäse erinnert | Scheidenpilz ist eine mögliche Ursache | Frag in der Apotheke oder eine medizinische Fachperson um Rat, besonders wenn die Beschwerden zum ersten Mal auftreten, die Behandlung nicht geholfen hat oder die Symptome immer wiederkehren |
| Dünnflüssiger, gräulich-weißer Ausfluss mit starkem fischigem Geruch und wenig oder keinem Juckreiz | Eine bakterielle Vaginose (BV) ist wahrscheinlicher als Trockenheit oder Scheidenpilz | Lass die Diagnose von deiner Hausärztin, deinem Hausarzt oder einer Klinik für sexuelle Gesundheit bestätigen und dich mit einer bewährten Therapie behandeln |
| Juckreiz mit gelbem, grünem oder ungewöhnlichem Ausfluss, Schmerzen beim Wasserlassen, Blutungen, wunden Stellen oder Beschwerden nach einem neuen Sexualkontakt | Eine sexuell übertragbare Infektion oder eine andere Infektion muss in Betracht gezogen werden | Vereinbare einen Test in einer Klinik für sexuelle Gesundheit oder bei deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt und vermeide eine Selbstdiagnose |
| Anhaltender äußerer Juckreiz mit weißer, roter, dunkler, verdickter, rissiger oder leicht verletzlicher Haut | Eine Hauterkrankung der Vulva muss untersucht werden | Vereinbare einen Termin in deiner hausärztlichen Praxis. Möglicherweise sind eine verschreibungspflichtige Behandlung oder eine fachärztliche Untersuchung erforderlich. |
| Brennen, wenn Urin mit gereizter äußerer Haut in Berührung kommt, ohne häufigen oder starken Harndrang | Der Urin kann auf entzündeter Haut brennen | Gehe nicht automatisch von einem Harnwegsinfekt aus. Hole dir ärztlichen Rat, wenn die Schmerzen anhalten oder Beschwerden der Harnwege auftreten. |
Häufige Ursachen für vaginale Trockenheit und Juckreiz
Es gibt nicht die eine Ursache, die bei allen am wahrscheinlichsten ist. Alter, Lebensphase, Medikamente, kürzlich verwendete Produkte, sexuelle Vorgeschichte, Hautbild und Begleitsymptome beeinflussen die Beurteilung.
Hormonell bedingte Trockenheit in verschiedenen Lebensphasen
Östrogen trägt zur Gesunderhaltung des Gewebes von Vagina und Vulva bei. Wenn sich der Hormonspiegel verändert, kann das Gewebe trockener, weniger elastisch oder leichter reizbar werden. Dies kann zu Trockenheit, Wundsein, Juckreiz, Brennen, Schmerzen beim Sex und manchmal zu Beschwerden der Harnwege führen.
Zu den hormonellen Einflussfaktoren gehören:
- Perimenopause und Menopause;
- Schwangerschaft, die Zeit nach der Geburt und die Stillzeit;
- einige hormonelle Verhütungsmittel;
- eine Hysterektomie, insbesondere wenn dabei auch die Eierstöcke entfernt werden;
- Chemotherapie, Strahlentherapie, Hormontherapie oder Operationen im Rahmen einer Krebsbehandlung;
- einige Medikamente, darunter bestimmte Antidepressiva.
Das urogenitale Menopausensyndrom, häufig als GSM abgekürzt, bezeichnet eine Gruppe von Beschwerden im Genitalbereich sowie sexuellen und den Harntrakt betreffenden Beschwerden, die mit einem niedrigeren Östrogenspiegel zusammenhängen. Es ist eine mögliche Erklärung für Beschwerden während und nach den Wechseljahren, sollte aber nicht als pauschale Bezeichnung für jeden Juckreiz, jede Veränderung des Ausflusses oder jede Schmerzepisode verwendet werden.
Wenn die Beschwerden nach Beginn der Einnahme eines neuen Medikaments auftreten, setze es nicht eigenmächtig ab. Frage die Person, die es dir verschrieben hat, oder eine Apothekerin beziehungsweise einen Apotheker, ob das Medikament zu den Beschwerden beitragen könnte und welche Alternativen oder Möglichkeiten zur Linderung der Symptome infrage kommen.
Reizung, Allergie und der Juck-Kratz-Kreislauf
Die Haut der Vulva ist empfindlich und kann auf Produkte reagieren, die zuvor harmlos erschienen. Zu den möglichen Reizstoffen oder Allergenen gehören parfümierte Seifen, Badezusätze, Duschgele, Feuchttücher, Deodorants, Antiseptika, Slipeinlagen, parfümierte Waschmittel, Weichspüler, einige Gleitmittel, Spermizide und äußerlich anzuwendende Produkte für die „Intimpflege“.
Übermäßiges Waschen kann das Problem verschlimmern. Ist die Haut erst einmal entzündet, schädigt Kratzen ihre Oberfläche und verstärkt den Juckreiz. So kann ein Juck-Kratz-Kreislauf entstehen. Durch wiederholtes Reiben kann die Haut wund, verdickt, rissig oder dunkler werden.
Ein kürzlich erfolgter Produktwechsel ist ein hilfreicher Hinweis, aber kein Beweis. Die Beschwerden können anhalten, nachdem der ursprüngliche Auslöser verschwunden ist. Zudem können eine Infektion oder eine Hauterkrankung gleichzeitig mit einer Reizung auftreten.
Scheidenpilz, bakterielle Vaginose und sexuell übertragbare Infektionen
Scheidenpilz verursacht häufig Juckreiz, Reizungen und Wundsein im Bereich der Vulva und Vagina. Weißer Ausfluss kann auftreten und ist in der Regel geruchlos. Allerdings steckt nicht hinter jedem Juckreiz ein Scheidenpilz. Wenn die Diagnose unklar ist, ist eine wiederholte Selbstbehandlung keine gute Strategie.
Eine bakterielle Vaginose zeigt sich normalerweise anders: durch dünnflüssigen, gräulich-weißen Ausfluss und einen starken fischartigen Geruch. Der NHS weist darauf hin, dass eine bakterielle Vaginose gewöhnlich weder Wundsein noch Juckreiz verursacht. Bei ausgeprägtem Juckreiz sollte daher eine andere oder zusätzliche Ursache in Betracht gezogen werden.
Sexuell übertragbare Infektionen können Juckreiz, ungewöhnlichen Ausfluss, Schmerzen beim Wasserlassen, Blutungen, Hautausschläge, Knoten, Bläschen, wunde Stellen oder Warzen verursachen. Viele sexuell übertragbare Infektionen verlaufen jedoch völlig ohne Symptome. Treten nach einem neuen Sexualkontakt oder nach Sex ohne Kondom Beschwerden auf, solltest du dich an eine Fachstelle für sexuelle Gesundheit wenden, statt dich auf das Erscheinungsbild oder einen pH-Selbsttest zu verlassen.
Hauterkrankungen der Vulva
Ekzeme, Psoriasis, Kontaktdermatitis, Lichen simplex, Lichen planus und Lichen sclerosus können die Vulva betreffen. Je nach Hautton können sie unterschiedlich aussehen, und Rötungen sind auf brauner oder schwarzer Haut möglicherweise weniger deutlich erkennbar.
Lichen sclerosus erfordert besondere Aufmerksamkeit. Dabei können stark juckende weiße, glatte oder knittrige Hautstellen entstehen, die leicht verletzt werden, bluten oder schmerzen. Die Erkrankung ist behandelbar, in der Regel mit einer verschreibungspflichtigen Kortisonsalbe. Sie muss jedoch diagnostiziert und regelmäßig kontrolliert werden, da Vernarbungen auftreten können und ein geringes damit verbundenes Risiko für Vulvakrebs besteht.
Anhaltender Juckreiz, ein neuer weißer oder dunkler Fleck, verdickte oder erhabene Haut, ein Geschwür, ein Knoten oder eine Veränderung der Form der Vulva sollten untersucht werden. Diese Anzeichen haben häufig gutartige Ursachen, sollten aber nicht auf unbestimmte Zeit als „Trockenheit“ behandelt werden.
Weitere mögliche Ursachen
Trockenheit kann auch mit unzureichender Erregung beim Sex, Diabetes oder dem Sjögren-Syndrom zusammenhängen. Reibung, eine Verletzung, eine kürzlich erfolgte Geburt, Eingriffe im Beckenbereich oder ein in der Scheide verbliebener Gegenstand wie ein Tampon können Wundsein oder Entzündungen verursachen. Wenn die Beschwerden keinem einfachen Muster entsprechen, ist eine Untersuchung der richtige nächste Schritt – nicht die Anwendung weiterer Produkte.
Was kannst du bei Trockenheit und leichten Reizungen zunächst tun?
Wenn die Beschwerden leicht sind, keine Warnzeichen vorliegen und kein Grund für den Verdacht auf eine sexuell übertragbare Infektion besteht, kann eine kurze Phase mit sanfter Pflege helfen, während du bei Bedarf fachlichen Rat einholst.
- Verzichte auf neue oder parfümierte Produkte. Streiche Intimwaschlotionen, Scheidenspülungen, Intimdeodorants, Feuchttücher und parfümierte Badeprodukte aus deiner Pflegeroutine.
- Reinige nur den äußeren Bereich. Die Scheide muss nicht von innen gereinigt werden. Vermeide starkes Reiben und tupfe die Vulva vorsichtig trocken.
- Verringere Reibung. Verzichte vorerst auf schmerzhafte Penetration, nimm dir mehr Zeit für die Erregung und verwende ein geeignetes Gleitmittel, wenn du wieder sexuell aktiv wirst.
- Verwende ein speziell für den jeweiligen Bereich vorgesehenes Produkt. Eine Feuchtigkeitscreme für die Scheide unterscheidet sich von einer Körperlotion, und ein Pflegeprodukt für den äußeren Vulvabereich ist nicht automatisch zum Einführen geeignet.
- Prüfe den zeitlichen Verlauf. Notiere, wann die Beschwerden begonnen haben, ob du neue Produkte oder Medikamente verwendest, ob sich dein Zyklus oder deine Lebensphase verändert hat, ob es sexuelle Kontakte gab und ob du Veränderungen bei Ausfluss, Geruch, Wasserlassen oder Haut festgestellt hast.
- Überprüfe die Situation neu, statt die Selbstbehandlung auszuweiten. Wenn sich die Beschwerden nicht bessern, deinen Alltag beeinträchtigen oder immer wiederkehren, hole fachlichen Rat ein.
Einfach bedeutet nicht, die Beschwerden nicht ernst zu nehmen. Reizstoffe zu meiden und Reibung zu verringern, sind sinnvolle erste Schritte. Bei anhaltenden Beschwerden ist jedoch ein auf die Ursache abgestimmter Plan sinnvoller als immer neue „Intimpflegeprodukte“.
Vaginale Feuchtigkeitscreme oder Gleitmittel: Wofür eignet sich was?
Diese Produkte werden oft gemeinsam angeboten, lösen aber unterschiedliche praktische Probleme.
| Produktart | Hauptzweck | Wann wird es angewendet? | Wichtige Prüfpunkte |
|---|---|---|---|
| Vaginale Feuchtigkeitscreme | Anhaltende Befeuchtung des Vaginalgewebes | Regelmäßig gemäß den Anwendungshinweisen des Produkts, nicht nur vor dem Sex | Für die vaginale Anwendung vorgesehen; Inhaltsstoffe und Applikator müssen für dich geeignet sein; den auf dem Etikett angegebenen Anwendungsplan befolgen |
| Gleitmittel | Kurzfristige Verringerung der Reibung | Vor oder während sexueller Aktivitäten, einer Untersuchung oder einer anderen Aktivität, bei der Reibung Beschwerden verursacht | Verträglichkeit mit Kondomen und Sexspielzeug; Gleitmittel auf Wasser- oder Silikonbasis sind mit Latexkondomen kompatibel |
| Rückfettendes Pflegeprodukt für die Vulva oder Seifenersatz | Reinigung und Beruhigung der äußeren Haut oder Unterstützung der Hautbarriere, wenn empfohlen | Nur auf der Vulva und gemäß den Anweisungen einer Apothekerin oder eines Apothekers, einer Ärztin oder eines Arztes oder des Produktetiketts | Parfümfrei und für empfindliche Haut im Genitalbereich geeignet; nicht einführen, sofern es nicht ausdrücklich für die vaginale Anwendung vorgesehen ist |
Wenn du Latexkondome verwendest, vermeide ölbasierte Gleitmittel, da sie das Latex beschädigen können. Beachte die Gebrauchshinweise sowohl des Gleitmittels als auch des Kondoms. Wenn ein Produkt sticht, brennt oder die Beschwerden verschlimmert, verwende es nicht weiter und hole fachlichen Rat ein.
Habe keinen Sex trotz Schmerzen. Schmerzen können zu stärkerer Muskelanspannung, mehr Reibung und Gewebereizungen führen. Maßnahmen zur Linderung können die Reibung verringern. Anhaltende Schmerzen müssen jedoch weiterhin abgeklärt werden, da Trockenheit möglicherweise nicht die einzige Ursache ist.
Was solltest du bei Trockenheit oder Juckreiz im Intimbereich vermeiden?
- Nimm keine Vaginalspülungen vor und wasche die Scheide nicht von innen.
- Trage kein Parfüm, Deodorant, Antiseptikum, keine ätherischen Öle, keinen Essig, kein Natron und keine „Detox“-Produkte auf.
- Führe keine Körperlotion, Gesichtscreme, Lebensmittel, Kapseln zum Einnehmen oder andere Produkte ein, die nicht für die vaginale Anwendung vorgesehen sind.
- Behandle nicht wiederholt auf Verdacht einen Scheidenpilz, wenn die Beschwerden neu oder anders sind, wiederkehren oder nicht auf die Behandlung ansprechen.
- Verwende pH-Teststreifen oder Mikrobiomtests nicht als Ersatz für eine Diagnose.
- Setze ein verschriebenes Medikament nicht ab, nur weil die Trockenheit nach Beginn der Einnahme aufgetreten ist. Besprich den zeitlichen Zusammenhang und mögliche Alternativen mit der Person, die es dir verschrieben hat.
- Nicht kratzen oder scheuern. Das schädigt die Haut und kann den Juckreiz-Kratz-Kreislauf aufrechterhalten.
- Gehe nicht davon aus, dass ein Nahrungsergänzungsmittel sofort Linderung verschafft. Nahrungsergänzungsmittel dienen weder zur Diagnose noch zur Behandlung von Infektionen, entzündlichen Hauterkrankungen oder hormonbedingten Gewebeveränderungen.
Bei Schwangerschaft, Stillzeit und einer Krebsbehandlung ist eine individuelle Beratung erforderlich. Kläre die Verwendung jedes einzuführenden, hormonellen oder wirkstoffhaltigen Produkts mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt, deiner Hebamme, einer Apothekerin oder einem Apotheker beziehungsweise der zuständigen Fachärztin oder dem zuständigen Facharzt ab. Veränderungen des Ausflusses, Blutungen, Schmerzen oder Fieber während der Schwangerschaft sollten zeitnah mit dem geburtshilflichen Team besprochen werden.
Was kann bei einem Termin in der Hausarztpraxis oder einer Praxis für sexuelle Gesundheit geschehen?
Eine Ärztin oder ein Arzt fragt dich möglicherweise, wo du die Beschwerden spürst, wie lange sie bereits bestehen, ob sie wiederkehren, welche Produkte und Medikamente du verwendest, ob Ausfluss oder Blutungen auftreten und ob eine Schwangerschaft, die Wechseljahre oder sexuelle Kontakte eine Rolle spielen könnten.
Je nach Beschwerden kann die Abklärung Folgendes umfassen:
- eine Untersuchung der Vulvahaut auf Reizungen, Risse sowie Veränderungen von Farbe oder Hautstruktur;
- eine vaginale Untersuchung mit deiner Einwilligung;
- ein Abstrich auf Scheidenpilz, bakterielle Vaginose oder eine andere Infektion;
- Urin-, Schwangerschafts- oder STI-Tests;
- die Überprüfung von Medikamenten und hormonellen Faktoren;
- bei entsprechender Indikation eine Überweisung an die Gynäkologie, Dermatologie, Wechseljahres-, Vulva- oder Krebsambulanz.
Du entscheidest, was bei einer Untersuchung geschieht. Du kannst nach einer Ärztin fragen, sofern eine verfügbar ist, um eine Begleitperson bitten und jederzeit verlangen, dass die Untersuchung abgebrochen wird.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Sie kann bei bestätigtem oder wahrscheinlichem Scheidenpilz ein Antimykotikum, bei einer diagnostizierten bakteriellen Infektion Antibiotika, bei einer Hauterkrankung eine verschriebene entzündungshemmende Behandlung, das Meiden eines Allergens oder bei geeigneten Patientinnen eine hormonelle Behandlung umfassen.
Bei urogenitalen Beschwerden im Zusammenhang mit den Wechseljahren nennt die aktuelle Leitlinie des RCOG nicht hormonelle vaginale Feuchtigkeitsmittel und Gleitmittel als Optionen und erklärt, dass auch vaginales Östrogen in Betracht gezogen werden kann. Ob es geeignet ist, sollte mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden, insbesondere bei unerwarteten Blutungen, Brustkrebs in der Vorgeschichte oder anderen relevanten medizinischen Faktoren. Dieser Artikel vergleicht keine einzelnen Produkte für die Wechseljahre. Welche Wahl die richtige ist, hängt von der Diagnose und deiner persönlichen Krankengeschichte ab.
Können pH-Produkte oder Probiotika bei Trockenheit und Juckreiz helfen?
Weder ein pH-Produkt noch ein Probiotikum kann dir sagen, warum du unter Trockenheit oder Juckreiz leidest. Der vaginale pH-Wert und die Scheidenflora verändern sich je nach Lebensphase sowie durch Menstruation, Sperma, Infektionen und andere Faktoren. Scheidenpilz, Reizungen und hormonbedingte Trockenheit können auch ohne das pH-Muster auftreten, das häufig mit einer bakteriellen Vaginose in Verbindung gebracht wird.
Ellasies Ratgeber dazu, wie Scheidenflora und pH-Wert funktionieren, erklärt, warum ein pH-Messergebnis immer im Zusammenhang betrachtet werden muss. Wenn du aus einem anderen gesundheitlichen Grund ein orales oder vaginales Probiotikum in Betracht ziehst, informiere dich sorgfältig über die Datenlage und die Art der Anwendung. Der Ratgeber dazu, für wen vaginale Probiotika geeignet sein könnten, behandelt Fragen zu Lebensphasen und Sicherheit.
Ein Probiotikum ist keine Erste-Hilfe-Maßnahme bei starkem Juckreiz, rissiger Haut, Schmerzen, ungewöhnlichen Blutungen oder einer vermuteten Infektion. Es sollte weder einen Abstrich, einen Test auf sexuell übertragbare Infektionen oder eine Hautuntersuchung noch eine verschreibungspflichtige Behandlung oder ein Gespräch über hormonbezogene Behandlungsmöglichkeiten ersetzen.
Wann solltest du medizinische Hilfe suchen?
Vereinbare einen Termin in deiner hausärztlichen Praxis oder einer Klinik für sexuelle Gesundheit
Vereinbare einen Untersuchungstermin, wenn:
- du diese Symptome zum ersten Mal hast;
- die Trockenheit oder der Juckreiz seit einigen Wochen anhält, deinen Alltag beeinträchtigt oder sich nicht bessert;
- die Symptome von deinem üblichen Muster abweichen oder immer wieder auftreten;
- du ungewöhnlichen Ausfluss, einen starken Geruch, Schmerzen beim Wasserlassen oder Schmerzen beim Sex hast;
- die Symptome nach dem Sex mit einer neuen Partnerin oder einem neuen Partner begonnen haben oder der Verdacht auf eine sexuell übertragbare Infektion besteht;
- die Haut an deiner Vulva weiße, rote oder dunkle Stellen aufweist, verdickt, rissig oder erhaben ist;
- du einen Knoten, eine wunde Stelle, ein Geschwür, ein Bläschen oder eine warzenartige Wucherung bemerkst;
- du schwanger bist, stillst, immungeschwächt bist, dich einer Krebsbehandlung unterziehst oder mit einer schwerwiegenden Erkrankung lebst;
- eine rezeptfreie Behandlung nicht gewirkt hat oder du wiederholt einen vermuteten Scheidenpilz behandelst.
Anhaltender Juckreiz oder eine Hautveränderung bedeuten nicht, dass du Krebs hast, müssen aber untersucht werden. Ellasies Richtlinie zur medizinischen Prüfung erklärt, warum sich an Symptomen orientierende Inhalte klar aufzeigen, wo eine Diagnose und eine weiterführende Abklärung erforderlich sind.
Blutungen sollten nicht einfach auf Trockenheit zurückgeführt werden
Blutungen nach dem Sex, Zwischenblutungen oder blutiger Ausfluss sollten ärztlich abgeklärt werden. Jede vaginale Blutung nach der Menopause muss hausärztlich untersucht werden, auch wenn sie nur einmal aufgetreten oder sehr leicht gewesen ist.
Hole dir dringend Hilfe
Wende dich an NHS 111 oder einen medizinischen Notdienst, wenn du Becken- oder Unterbauchschmerzen, Fieber oder Schüttelfrost, Beschwerden während der Schwangerschaft oder sich rasch verschlimmernde Schmerzen hast oder dich deutlich krank fühlst.
Rufe 999 an oder gehe in die A&E-Notaufnahme, wenn du starke oder plötzlich sehr heftige Becken- oder Bauchschmerzen, starke Blutungen mit Schmerzen, Ohnmacht oder starken Schwindel, sehr hohes Fieber, anhaltendes Erbrechen oder einen anderen medizinischen Notfall hast.
Warte bei Warnzeichen nicht darauf, dass eine Feuchtigkeitscreme, ein Gleitmittel, ein Antipilzmittel oder ein Nahrungsergänzungsmittel wirkt. Entscheidend ist, die zugrunde liegende Ursache zeitnah abklären zu lassen.
Das Wichtigste auf einen Blick
Vaginale Trockenheit und Juckreiz sind häufig, doch welche Linderung die richtige ist, hängt von der Ursache ab. Hormonelle Veränderungen, Reibung und reizende Produkte sind häufige Erklärungen. Ähnliche Symptome können jedoch auch durch Scheidenpilz, sexuell übertragbare Infektionen, entzündliche Hauterkrankungen und andere gesundheitliche Probleme entstehen.
Bei leichten Symptomen ohne Warnzeichen solltest du die Vulvapflege vereinfachen, auf Duftstoffe und Intimduschen verzichten, Reibung reduzieren und speziell dafür entwickelte Produkte richtig anwenden. Eine Feuchtigkeitscreme für den Vaginalbereich ist für anhaltende Trockenheit gedacht, ein Gleitmittel zur kurzfristigen Verringerung von Reibung. Keines von beiden sollte dazu verwendet werden, anhaltende, wiederkehrende oder veränderte Symptome zu überdecken.
Wenn die Ursache unklar ist, solltest du nicht weiter raten. Eine Hausärztin oder ein Hausarzt, eine Apothekerin oder ein Apotheker, eine Klinik für sexuelle Gesundheit oder eine entsprechende Fachärztin beziehungsweise ein entsprechender Facharzt kann unterscheiden, ob Trockenheit, eine Infektion, eine Hauterkrankung oder eine andere Ursache vorliegt – und die Behandlung auf die Diagnose abstimmen.
Häufig gestellte Fragen
Warum kann Scheidentrockenheit Juckreiz verursachen?
Trockenes Gewebe kann empfindlicher auf Reibung reagieren, was sich als Juckreiz, Wundsein oder Brennen äußern kann. Starker oder anhaltender Juckreiz kann jedoch auch durch Scheidenpilz, eine Kontaktreizung oder eine Hauterkrankung der Vulva verursacht werden. Daher solltest du nicht davon ausgehen, dass Trockenheit die einzige Ursache ist.
Woran erkenne ich, ob der Juckreiz durch Scheidenpilz verursacht wird?
Scheidenpilz verursacht häufig Juckreiz, Reizungen und weißen, meist geruchlosen Ausfluss. Die Symptome überschneiden sich jedoch mit denen anderer Erkrankungen. Frage eine Apothekerin, einen Apotheker oder medizinisches Fachpersonal um Rat, wenn die Beschwerden zum ersten Mal auftreten, ungewöhnlich sind, die Behandlung nicht geholfen hat oder das Problem immer wiederkehrt.
Wird Scheidentrockenheit immer durch die Menopause verursacht?
Nein. Sie kann auch während der Schwangerschaft oder Stillzeit, durch bestimmte Medikamente oder hormonelle Verhütungsmittel, nach einer Hysterektomie oder Krebsbehandlung, bei unzureichender Erregung oder im Zusammenhang mit Erkrankungen wie Diabetes oder dem Sjögren-Syndrom auftreten.
Sollte ich eine vaginale Feuchtigkeitscreme oder ein Gleitmittel verwenden?
Eine vaginale Feuchtigkeitscreme wird bei anhaltender Scheidentrockenheit regelmäßig angewendet. Ein Gleitmittel wird vor oder während sexueller Aktivität verwendet, um Reibung zu verringern. Verwende nur Produkte, die für den jeweiligen Körperbereich vorgesehen sind, und prüfe ihre Verträglichkeit mit Kondomen und Sexspielzeug.
Können Probiotika Juckreiz oder Trockenheit im Vaginalbereich verhindern?
Ein Probiotikum kann die Ursache nicht diagnostizieren und ist keine Sofortbehandlung bei Juckreiz, Trockenheit, einer sexuell übertragbaren Infektion, Scheidenpilz oder einer Hauterkrankung der Vulva. Lass die Beschwerden angemessen abklären, wenn sie neu sind, anhalten, wiederkehren oder dir Sorgen bereiten.
Wann sollte ich wegen Scheidentrockenheit und Juckreiz eine Hausärztin oder einen Hausarzt aufsuchen?
Vereinbare einen Termin, wenn die Symptome einige Wochen anhalten, deinen Alltag beeinträchtigen, immer wiederkehren oder von ungewöhnlichem Ausfluss, Geruch, Schmerzen beim Wasserlassen, wunden Stellen, Hautveränderungen oder Blutungen begleitet werden. Suche schneller medizinische Hilfe, wenn du Unterleibsschmerzen, Fieber, schwangerschaftsbedingte Symptome oder starke Schmerzen hast oder dich sehr unwohl fühlst.
Quellen und weiterführende Literatur
- NHS: Scheidentrockenheit – Symptome, Ursachen, Selbsthilfe und wann du eine Hausärztin oder einen Hausarzt aufsuchen solltest
- NHS: Vaginitis – sich überschneidende Symptome, Ursachen und Abklärung
- British Association of Dermatologists: Hautpflege im Vulvabereich
- Royal College of Obstetricians and Gynaecologists: Hauterkrankungen der Vulva
- NHS: Scheidenpilz bei Männern und Frauen
- NHS: Bakterielle Vaginose – Symptome, Abklärung und Behandlung
- NHS: Sexuell übertragbare Infektionen – Symptome, Tests und Kliniken für sexuelle Gesundheit
- NHS: Lichen sclerosus – Symptome, Behandlung und Nachsorge
- RCOG: Behandlung von Wechseljahresbeschwerden, einschließlich Scheidentrockenheit
- NHS: Blutungen nach der Menopause – warum jede Blutung abgeklärt werden sollte
- NHS: Symptome von Vulvakrebs und wann du eine Hausärztin oder einen Hausarzt aufsuchen solltest
- NHS: Kondome – Verträglichkeit von Gleitmitteln mit Latex
- NHS: Entzündliche Beckenerkrankung – Symptome, Untersuchungen und dringende Warnzeichen

